Brustbild eines kleinen Mädchens mit leichter Wendung des Kopfes nach links
Gustav Klimt
1879
ehemalige:r Besitzer:inbis 1952 Ferdinand Eckhardt (Gmunden 1876-1952 Wien)ehemalige:r Besitzer:in1952-1987 Dr. Ferdinand Anton Ludwig Eckhardt (Wien 1902 - 1995 Winnipeg)ehemalige:r Besitzer:in1987 Antiquariat C. G. Boerner (Düsseldorf)ehemalige:r Besitzer:inab 1987 Serge Sabarsky (Wien 1912 - 1996 New York)ehemalige:r Besitzer:inab 1996 Vally Sabarsky (Wien 1909 - 2002 New York)ehemalige:r Besitzer:inab 2002 Vally Sabarsky Trust (New York)Auktion29.6.2023 Karl & Faber Kunstauktionen [140000](gegründet 1923 in München)Besitzer:in Besitzer:in unbekannt
Auktionskatalog
• Frühe Arbeit aus der Zeit Klimts an der Kunstgewerbeschule
• Das intime Porträt eines Kindes zeigt die Begabung des jungen Künstlers, seine Mitmenschen wiederzugeben
• Klimt versteht es hier, Details wie einzelne Haare oder Stofffalten virtuos und lebensecht herauszuarbeiten
Zwischen 1877 und 1882 ist der junge Gustav Klimt, zeitweise gemeinsam mit seinem Bruder Ernst, an der recht neu gegründeten Kunstgewerbeschule in Wien eingeschrieben und lernt dort die Grundlagen seiner Kunst. Dazu gehört, damals wie heute, für Anfänger das Üben anhand von Modellen, wobei die Kunstgewerbeschule ihren Studenten Gipsabgüsse antiker Skulpturen, lebendige (Akt-)Modelle sowie Fotografien bot.
Abseits dieser akademischen Schulungen weist das Œuvre Klimts aus dieser Zeit zahlreiche Zeichnungen auf, die dieser nach Familienmitgliedern und heute unbekannten Personen, wohl aus seinem Umfeld außerhalb der Schule, fertigt.
Dazu gehört das hier angebotene Porträt eines Mädchens. Bei der Dargestellten handelt es sich offenbar nicht um eine seiner Schwestern, Johanna oder Hermine, sondern um eine heute Namenlose, die Klimt hier beinah fotorealistisch wiederzugeben weiß. In sich versunken blickt das Mädchen zu Boden. Virtuos und geradezu altmeisterlich modelliert Klimt Licht und Schatten und gibt dabei Details akkurat wieder. So sind einzelne fliegende Härchen aus der sonst so sauberen Frisur des Mädchens herausgelöst und im Bild zu erkennen, ebenso ist die Qualität des Stoffes ihrer Kleidung nahezu haptisch spürbar. Diese frühe Arbeit Klimts muss daher als Meisterleistung des jungen Künstlers gelten, in der sich bereits die zeichnerischen Fähigkeiten des bis heute weltberühmten Künstlers Gustav Klimt offenbaren, bevor er sich später vom akademischen Stil lösen und freiere Formen nutzen wird.
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