Foto: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien
Studie für die Hauptfigur der Allegorie "Oper"
Foto: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien

Studie für die Hauptfigur der Allegorie "Oper"

Gustav Klimt

1883




Object numberGKZ69
Strobl-Nr.Strobl 69
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Date1883
Dimensions53 × 38 cm
MediumBleistift auf Papier
Signedl.o. "G KLIMT"
InscribedM.o. "OPER"
Markingsverso Stempel "Nachlass Gustav Klimt Sammlung R. Zimpel"
Exhibitions
  • 1963 Wien, Galerie Christian M. Nebehay (30.03.1963 - 04.05.1963)
  • 1970 Darmstadt, Mathildenhöhe (15.08.1970 - 11.11.1970)
  • 1981 Hamburg, Hamburger Kunsthalle (10.04.1981 - 31.05.1981)
  • 2007 Wien, Galerie Christian M. Nebehay (05.2007 - 06.2007)
  • 2015 Wien, Galerie Christian M. Nebehay (06.2015 - 06.2015)
  • Published References
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Eine Nachlese. 70 bedeutende Zeichnungen, Katalog VI, Wien 1963, Nr. 6 (Abb.)
  • Fritz Novotny/Johannes Dobai, Gustav Klimt, Salzburg 1967, S. 380
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Dokumentation, Wien 1969, S. 79 (Abb. 102)
  • 3. Internationale der Zeichnung (Ausst. Kat. Mathildenhöhe, Darmstadt 1970), Darmstadt 1970 (Abb. 12)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1878-1903, Bd. I, Salzburg 1980, WV-Nr. 69, S. 34 (Abb. S. 35)
  • Experiment Weltuntergang. Wien um 1900 (Ausst. Kat. Hamburger Kunsthalle, Hamburg 1981), München 1981, Kat. 11 ("Heilige Cäcilie – Allegorie der Oper") (Abb.)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen Nachtrag 1878-1918, Bd. IV, Salzburg 1989, WV-Nr. 69, S. 233
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Von der Zeichnung zum Bild, Wien 1992 , S. 23 (Abb. 17)
  • Barbara Sternthal, Gustav Klimt. Mythos und Wahrheit, 2006 (Abb. S. 8)
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. 22 Zeichnungen, Briefe und Dokumente, Katalog 123, Wien 2007, Nr. 4 recto (Abb.)
  • Christian M. Nebehay, Zeichnungen & Aquarelle 16.-20. Jahrhundert, Plakate, Katalog 130, Wien 2015, Nr. 35 (Abb.)
  • Marian Bisanz-Prakken, Gustav Klimt. Drawings, hg. von Wienerroither & Kohlbacher, Wien 2018, Kat. 4
  • Provenance
  • 1918 Nachlass Gustav Klimt, Wien
  • vermutlich 1918-1950 Johanna Zimpel, Wien
  • (vermutlich 1950) Rudolf Zimpel, Wien
  • Christian M. Nebehay, Wien
  • 2018 Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien
  • 8.12.2022 Auktionshaus im Kinsky, Wien, Los 2002
  • Besitzer:in unbekannt

  • ehemalige:r Besitzer:in Nachlass Gustav Klimt (Wien 1918)ehemalige:r Besitzer:in1918-1950 Johanna Zimpel (Wien 1873 - 1950 Wien)ehemalige:r Besitzer:in Rudolf Zimpel (Wien 1898 - 1984 Mödling)ehemalige:r Besitzer:in(Leipzig 1909 - 2003 Wien)ehemalige:r Besitzer:in Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher (gegründet 1993 in Wien)Auktion Auktionshaus im Kinsky [45000](Wien)Besitzer:in
    Werkverzeichnis
    Alice Strobl, 1980:
    Ursprüngliche Arm- und Fußstellung wie in Kat. Nr. 67 noch erkennbar.
    Auktionskatalog
    Marian Bisanz-Prakken, 2022:

    Diese Entwurfszeichnung entstand für die Allegorie „Oper“ (1883), eine der fünf bildhaft gezeichneten Kompositionen, die Gustav Klimt – zusammen mit zwei Ölgemälden – zwischen 1880 und 1884 für das historistische Serienwerk „Allegorien und Embleme“ geschaffen hat. Zu diesem ehrgeizigen Projekt hatte der Herausgeber Martin Gerlach eine große Reihe von arrivierten wie auch jungen, aufstrebenden Künstlern aus Deutschland und Österreich eingeladen, unter ihnen Gustav Klimt. Für den noch unbekannten Künstler war die Beteiligung an dieser Publikation eine einmalige Gelegenheit, sein Talent als vielseitig begabter Zeichner unter Beweis stellen zu können.

    In Klimts Allegorie „Oper“ (Strobl 70) wird die zentrale Darstellung einer Sängerin, begleitet vom lyraspielenden Gott Apoll, von einem üppigen Phantasierahmen im Stil der italienischen Hochrenaissance umschlossen. Außer der vorliegenden, mit zartem Bleistift ausgeführten Entwurfszeichnung – in der die Figur des Apoll noch nicht aufscheint – sind uns ein weiterer, mit Feder gezeichneter Kompositionsentwurf (Strobl 3239) sowie mehrere Studien für die Hauptgestalten und die sich rundherum tummelnden oder musizierenden Kleinkinder bekannt (Strobl 57-68).

    Der Kontrast zwischen der formelhaften Stellung der Sängerin und der extremen Beweglichkeit der nackten Kleinkinder offenbart sich in der hier gezeigten Entwurfszeichnung. In der Kunst des Historismus sind Putti ein vielfach belebendes Motiv, so auch beim jungen Gustav Klimt. Die zahlreichen nach dem Leben gezeichneten Studien von Säuglingen und Kleinkindern zeugen von seiner besonderen Intuition für die natürliche Beweglichkeit, aber auch für den psychologischen Ausdruck der kleinen Modelle. In der Allegorie „Oper“ und in deren Entwurfszeichnungen wirken Klimts Kinderfiguren sogar als die heimlichen Hauptdarsteller, deren eigenständige Aktivitäten ihr zartes Lebensalter bei weitem übersteigen. Dieser innere Widerspruch kennzeichnet bereits die Putti der Renaissance – die unverkennbaren Modelle für die historistischen Kinderfiguren, denen Gustav Klimt in seinen Zeichnungen neues Leben eingehaucht hat.

    Katalogtext
    Galerie Christian M. Nebehay, 2007:
    Entwurf für die Reinzeichnung "Oper" (Strobl, Nr. 70), eine Allegorie, die als Tafel 64a in "Allegorien und Embleme", Band I, Wien, Verlag Gerlach & Schenk, 1882-84, erschienen ist. "Auch für die dritte, 1883 entstandene Allegorie ´Oper´wählte Klimt wieder einen architektonischen Renaissancerahmen. Wie eine Skizze kleinsten Ausmaßes in der linken unteren Ecke eines Blattes mit Detailstudien andeutet, dürfte Klimt zunächst an die Wiedergabe eines Sängers auf einer Freitreppe gedacht haben und sich ähnlich wie andere Künstler ... für ein Genrebild entschieden haben. In der Ausführung ging er zu einer allgemein gültigeren Darstellung einer Sängerin über, die er von einem Kithara spielenden Apoll begleiten ließ" (Strobl, Klimt, I, p. 28)
    Marian Bisanz-Prakken, 2018:
    IN THE SERVICE OF THE RINGSTRASSE

    The drawings of this group afford an insight into various aspects of Klimt’s thorough training, as a painter of large decorative schemes, at the Viennese School of Applied Arts (Kunstgewerbeschule), and of the work of his first years as an independent artist. The wide technical and stylistic range that he would have been expected to master in the Vienna of the 1870s and 1880s, the Era of Historicism, was to prove invaluable to his subsequent development as a draughtsman. The designs for ornamental borders, drawn in pen and ink with wash, and notable for their chiaroscuro effects, reveal the influence of the art of the German Renaissance [Strobl 43-GKZ43, Strobl 44-GKZ44]. This is evident in the preparatory sketches for ornamental borders for the figural allegories of the Times of the Day [Strobl 41-GKZ41]. The design for an allegory of Opera, by contrast [Strobl 69-GKZ69], is redolent of the style of the High Renaissance in Italy. Both the Times of the Day and the more pictorially executed Opera were among the works assembled for reproduction in Martin Gerlach’s Allegorien und Embleme [Allegories and Emblems], a sumptuous publication to which numerous Austrian and German artists contributed. The lively infants who feature in the architectural framing in these sheets, shown playing musical instruments or clambering over each other, are derived from Klimt’s intensive studies from life (for which real children appear to have posed) and testify to his superb talent for observation.

    The ceiling painting for the theatre in Karlsbad (now Karlovy Vary, Czech Republic) and the painted decoration of the interior of the Viennese Hermesvilla (built for the Austrian Empress Elisabeth) were commissioned from the autonomous Maler-Compagnie [Painters’ Company] that Klimt had formed with his colleague Franz Matsch and his own younger brother, Ernst Klimt. Gustav Klimt’s studies relating to diverse figures found in these decorative schemes [Strobl 138-GKZ138, Strobl 141-GKZ141, Strobl 140-GKZ140] – be it in their confident drawing of outlines or their extraordinarily subtle use of white chalk heightening – already bear witness to his own, highly distinctive style. The trio was to achieve its greatest success with its scheme of painted decoration for the two grand staircases at the Viennese Burgtheater (1886–88). Gustav Klimt also designed the ornamental border (to be executed in watercolour) of the public eulogy addressed and presented, in 1889, to the architect of the Burgtheater, Karl Hasenauer, by those engaged in this outstanding architectural decorative collaboration. In a tracing of figures for this work [Strobl 228-GKZ228], Klimt can be found experimenting with various poses for the principal female figure.

    Translation: Elizabeth Clegg, London


    Last edited16.01.2026

    Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.

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    ExpandView PDFPermalinkhttps://digitalepublikationen.albertina.at/en/objects/19-578673/studie-fur-die-hauptfigur-der-allegorie-oper