Stehende junge Frau, ein Kopftuch umlegend
Gustav Klimt
1888-1889
ehemalige:r Besitzer:in1918 Nachlass Gustav Klimt (Wien 1918)ehemalige:r Besitzer:in Klipstein & Kornfeld (Bern, gegründet 1956)ehemalige:r Besitzer:inbis 1994 Grace Borgenicht Gallery ehemalige:r Besitzer:inab 1994 Serge Sabarsky (Wien 1912 - 1996 New York)Besitzer:inab 1996 Vally Sabarsky Trust (New York)Auktion8.12.2023 Karl & Faber Kunstauktionen [nicht verkauft](gegründet 1923 in München)
Auktionskatalog
• Frühe Arbeit Gustav Klimts
• Skizze für ein monumentales Aquarell zum alten Burgtheater Wiens, welches 1888 abgerissen wurde
• Modell war vermutlich eine Schwester oder Freundin Klimts
Bevor das alte Burgtheater in Wien 1888 zu Gunsten eines Neubaus abgerissen werden sollte, entscheidet sich die Stadtverwaltung 1886, den Zuschauerraum des alten und bei den Wienern beliebten Theaters von Franz Matsch und Gustav Klimt abbilden zu lassen.
Die Werke sollen dabei nicht nur das Interieur wiedergeben, sondern auch und im Besonderen die Zuschauer. So entstehen durch Matsch und Klimt nicht nur Architekturbilder. Ebenso bilden sie zahlreiche wiedererkennbare Personen ab und inventarisieren so geradezu die Wiener Kulturlandschaft ihrer Zeit.
Inspiration für den Auftrag und womöglich auch für Klimt ist dabei eine ähnliche Arbeit des Franzosen Edouard Dantan, der 1886 im Salon in Paris den Zuschauerraum der Comédie Française darstellt und dabei die Größen der Kunstszene Frankreichs abbildet.
In Gustav Klimts Version des Zuschauerraumes des alten Burgtheaters sind von der Bühne aus das Parkett, die Ränge und linkerhand die Loge der kaiserlichen Familie zu sehen. Die im Publikum identifizierbaren Figuren sind dabei nicht bloß Künstler, sondern auch andere Personen des öffentlichen Lebens. So sehen wir den Erzherzog nebst Gattin, diverse städtische wie nationale Politiker und wichtige k.u.k. Beamte, Schriftsteller, Sängerinnen, Maler und Mäzeninnen. Aufgefüllt wird die Szenerie durch Staffagefiguren.
Klimt studiert für sein Werk die Details des Innenraumes genau. Dank einer Dauerkarte für das Theater gelingen ihm dutzende Skizzen der Innenarchitektur und der Zuschauermenge. Zudem fertigt er zahlreiche Skizzen einzelner Figuren an. Für die weibliche namenlose Personage greift Klimt dabei als Modelle auf Frauen seiner Umgebung zurück. Auch die hier angebotene „stehende junge Frau, ein Kopftuch umlegend“ fällt darunter, sie dürfte eine der Schwestern oder Freundinnen Klimts sein. Im fertigen Bild zu finden ist sie im dritten Rang, in der siebten Loge von links.
Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.
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