Enwurf für das Gebäude der Wiener Secession
Gustav Klimt
4.5.1897
ehemalige:r Besitzer:in Christian M. Nebehay (Leipzig 1909 - 2003 Wien)ehemalige:r Besitzer:in Galerie Christian M. Nebehay (Wien)Besitzer:inab 2013 Klimt-Foundation, Wien
Katalogtext
Das von Joseph Maria Olbrich 1898 erbaute Secessionsgebäude schließt an diese und an die zweite bekannte Entwurfskizze Klimts (Strobl, Nr. 321) an.
„Klimt schlägt eine in großzügigen, glatten Flächen gehaltene ´Massencomposition´ vor, die auf Olbrichs überschäumende Virtuosität wohl beruhigend und zügelnd einwirkt, und es ist gut erkennbar, daß Klimt sich dies umhüllenden Flächen mit Fresken bekleidet als große Bildteppiche vorstellte“ (Otto Kapfinger/Alfred Krischanitz, Die Wiener Secession / Das Haus: Entstehung, Geschichte, Erneuerung, 1986, p. 60).
„Zwei wohl noch 1897 für das Secessionsgebäude gezeichnete Entwürfe Klimts … haben die von J. M. Olbrich entworfenen Pläne für das im Herbst 1898 vollendete Gebäude beeinflußt.“ (Strobl, Klimt, I, p. 111).
Alfred Rollers Brief ist an einen unbekannten Adressaten gerichtet:
„4.5.97. / Sehr geehrter Herr! Da Sie gestern Ab[en]ds / nicht ins Caffé zum Unterfertigen des bewussten Briefes kamen, nehme / ich an, dass Sie unwol sind und erlaube / mir beiliegend den Brief zu übersenden mit der Bitte, denselben zu unterfertigen, schließen und aufgeben zu wollen. In der Hoffnung, Sie bald / wieder wolauf zu sehen mit besten / Grüße / ganz ergebenster / Alfred Roller“.
Der obere Rand (= der untere Rand der Vorderseite) des Briefes ist unregelmäßig und die Datierung nur mehr teilweise erhalten, aber wohl als „4.5.(18)97“ zu lesen. Das „Caffé“ war das Café Dobner (Wien 6, Linke Wienzeile 2/Getreidemarkt 1), wo sich laut Protokoll vom 10.4.1897 der Arbeitsausschuss der „Vereinigung bildender Künstler Österreichs“, dessen Schriftführer Alfred Roller war, zu „täglichen Zusammenkünften“ um „7hr Ab(en)ds“ treffen sollte (Oskar Pausch, Gründung und Baugeschichte der Wiener Secession mit Erstedition des Protokollbuches von Alfred Roller, 2006, pp. 44, 97 und 98).
Gustav Klimt war seit 3. April 1897 der erste Präsident der „Vereinigung bildender Künstler Österreichs“ und wahrscheinlich ist diese Entwurfskizze während einer der Sitzungen des Arbeitsausschusses oder der Generalversammlungen der „Vereinigung“ entstanden.
(Siehe auch unsere Nr. 24: Notizen Klimts auf einem „Karten-Brief“ Alfred Rollers an Josef Engelhart).
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