Fotonachweis: © Dorotheum, Wien
Weiblicher Akt von vorne mit erhobenem rechtem Arm
Fotonachweis: © Dorotheum, Wien

Weiblicher Akt von vorne mit erhobenem rechtem Arm

Gustav Klimt

um 1898




Object numberGKZ348
Strobl-Nr.Strobl 348
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Dateum 1898
Dimensions46 × 31,5 cm
MediumSchwarze Kreide auf Papier
Inscribedverso r.u. "1824"
Zählnummer Gustav Klimt Nachlaß1824
Exhibitions
  • 1964 München, Haus der Kunst (14.03.1964 - 10.05.1964)
  • Published References
  • Siegfried Wichmann (Hg.), Secession. Europäische Kunst um die Jahrhundertwende (Ausst. Kat. Haus der Kunst, München 1964), München 1964, Nr. 239
  • Fritz Novotny/Johannes Dobai, Gustav Klimt, Salzburg 1967, S. 306
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1878-1903, Bd. I, Salzburg 1980, WV-Nr. 348, S. 118 (Abb. S. 119)
  • Provenance
  • 17.-19.11.1960 Karl & Faber, München, Los 610
  • Hermann Bünemann, München [Quelle: Dorotheum Wien, 2025]
  • Emmerich Bünemann, München (im Erbweg von Hermann Bünemann, München [Quelle: Dorotheum Wien, 2025]
  • Ende 1980er-Jahre Privatsammlung, München
  • 20.5.2025 Dorotheum Wien, Los 3
  • Besitzer:in unbekannt

  • Auktion Karl & Faber Kunstauktionen (gegründet 1923 in München)ehemalige:r Besitzer:in(Bremend 1895 - 1976 München)ehemalige:r Besitzer:in(München 1929 - 2018 Wolfratshausen)ehemalige:r Besitzer:in, MünchenAuktion Dorotheum Wien [30000]Besitzer:in
    Werkverzeichnis
    Alice Strobl, 1980:
    Studie für die Nike des Gemaldes Pallas Athene von 1898 (Novotny-Dobai Nr. 93).
    Auktionskatalog
    Marian Bisanz-Prakken, 2025:

    Klimts Gemälde Pallas Athene wurde erstmals im November 1898 im Rahmen der zweiten Ausstellung der Wiener Secession im neu eingeweihten Gebäude präsentiert. Dieses Brustbild der streitbaren Beschützerin oder „Dämonin“ (Hevesi) der Secession wurde Klimts erstes Skandalbild: Das Publikum stieß sich am eiskalten, penetranten Blick der Göttin und an ihrem goldenen Schmuckteil, dem frech grinsenden Medusakopf. Zudem ließ Klimt in der rechten Hand von Pallas Athene anstelle einer antiken Nike-Statuette eine nackte, rothaarige Miniaturgestalt mit seitwärts gestreckten Armen hervorleuchten, deren linke Hand eine Fackel trägt. Diese moderne Verbindung von erotischer Provokation und programmatischer Aussage sollte ein Jahr später im Gemälde Nuda Veritas (1899) ihre monumentale Ausprägung finden.

    In einer kleinen Gruppe von Aktstudien für die unbekleidete Nike – denen auch die hier erstmals gezeigte Arbeit zuzurechnen ist – weisen die leicht von unten gesehene Frontalposition und die fließenden Umrisslinien bereits auf die Zeichnungen für die „Gorgonen“ im Beethovenfries (1901/02) und für die „Veritas“ in Jurisprudenz (1903) voraus. In den Zeichnungen der Nike sind die Arme anders als im Gemälde noch nicht waagerecht gestreckt, sondern gewinkelt. Im vorliegenden Blatt deutet der linke, vertikal gehobene Unterarm auf eine tragende Funktion hin, während sich der rechte vielleicht auf einem unsichtbaren Gegenstand stützt. Diese Armstellungen stimmen weitgehend mit einer weiteren, unlängst aufgedeckten Studie überein (vgl. Katalog „Gustav Klimt. Drawings“, Wienerroither und Kohlbacher 2012, Nr. 2, Abb.), während die ausgedehnte Haarmasse einem Blatt entspricht, das sich zur vorliegenden Arbeit spiegelbildlich verhält (Strobl, Nr. 348). Die ganze Gruppe zeugt von Klimts früher zeichnerischer Suche nach einem modernen weiblichen Figurenideal.


    Last edited16.12.2025

    Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.

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    ExpandView PDFPermalinkhttps://digitalepublikationen.albertina.at/en/objects/19-580013/weiblicher-akt-von-vorne-mit-erhobenem-rechtem-arm