Foto: © Auktionshaus im Kinsky GmbH, Wien
Brustbild einer Dame im Dreiviertelprofil nach rechts
Foto: © Auktionshaus im Kinsky GmbH, Wien

Brustbild einer Dame im Dreiviertelprofil nach rechts

Gustav Klimt

1896-1898




Object numberGKZ384
Strobl-Nr.Strobl 384
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Date1896-1898
Dimensions52,5 × 34,7 cm
MediumSchwarze Kreide, weiß gehöht, auf Papier
Signedr.o. "GVSTAV | KLIMT"
Inscribedr.o. "Ø", r.u. "19", l.u. "8"
ExhibitionsPublished References
  • Gustav Klimt – Egon Schiele. Zum Gedächtnis ihres Todes vor 50 Jahren. Zeichnungen und Aquarelle, (Ausst. Kat. Albertina, Wien 1968), Wien 1968, Nr. 18, S. 25 (Abb.)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1878-1903, Bd. I, Salzburg 1980, WV-Nr. 384, S. 124 (Abb. S. 125)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen Nachtrag 1878-1918, Bd. IV, Salzburg 1989, WV-Nr. 384, S. 236
  • Provenance
  • 26.10.1916 Kunstauktion C. J. Wawra, Sammlung Viktor Zuckerkandl, Los 59 (Abb.) [Anm: Viktor Zuckerkandl war nicht zwingend der Vorbesitzer, da in der Auktion bei Wawra auch andere Werke versteigert wurden]
  • Josef Danilowatz, Wien (?)
  • 5.12.2017 Auktionhaus im Kinsky, Wien, Los 209 (Abb. S. 21)
  • Besitzer:in unbekannt

  • ehemalige:r Besitzer:in Dr. Ing. h.c. Victor Zuckerkandl (Raab, Ungarn 1851 - 1927 Berlin)Auktion C. J. Wawra ehemalige:r Besitzer:in Josef Danilowatz (Wien 1877 - 1945 Wien)Auktion Auktionshaus im Kinsky [27000](Wien)Besitzer:in
    Auktionskatalog
    Marian Bisanz-Prakken, 2017:

    Für Klimt als Maler und als Zeichner ist die Gründungszeit der Wiener Secession, zu deren erstem Präsidenten er 1897 ernannt wird, mit bahnbrechenden Innovationen verbunden. Als neues Genre ragen die zwischen 1896 und 1898 gezeichneten Brustbildnisse heraus, die er unabhängig von seinen Gemälden als autonome Arbeiten geschaffen hat und von denen er sogar zwei Beispiele im ersten Jahrgang (1898) der Secessionszeitschrift Ver Sacrum abbilden ließ. (Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd, I, Salzburg 1980, S. 123, Nr. 383-408; Bd. IV, Salzburg 1989, Nr. 3318-3324).

    Innerhalb dieser herausragenden Kategorie, die von einem melancholisch geprägten, modisch eleganten Frauentypus dominiert wird, nimmt die vorliegende Arbeit eine Sonderstellung ein. Mit ungewöhnlicher Schärfe registriert Klimt das leicht seitwärts gewandte Gesicht der Frau, die – weit entfernt vom oben beschriebenen Idealcharakter – den Betrachter mit kühlem Blick zu mustern scheint; möglicherweise ist er dabei von einem Porträtfoto ausgegangen. Um diesen unverrückbaren Kern herum entfaltet Klimt mit großer Leichtigkeit das ganze Spektrum seiner grafischen Möglichkeiten. Durch den flächenfüllenden Hintergrund von vertikalen, einander dicht überlagernden Parallelschraffuren schafft er – charakteristisch für diese symbolistische Phase seiner Zeichenkunst – eine schimmernde Atmosphäre, in der sich die Haarpartie der Dargestellten in fein nuancierten Übergängen zu verlieren scheint. Im unteren Bildfeld wiederum dominieren die extrem freien, durch weiße Akzente ergänzten Kreidelinien, mit denen Klimt die Oberflächenwirkungen des weit fallenden, den Rahmen sprengenden Capes zu vermitteln versucht. Besonders wirksam sind hier die tiefdunklen Stellen der teilweise hervorschauenden Unterschicht. Den raffinierten Übergang zwischen dem faltenreichen Stoff des Capes und der hellen Gesichtshaut markiert die flaumige Substanz des Pelzkragens. In dieser selbstbewusst signierten Arbeit weist die unverwechselbare Art, in der Klimt die Vielfalt an Strukturen und Hell-Dunkel-Werte gegeneinander ausspielt, in die Zukunft seiner Zeichenkunst.


    Last edited02.12.2025

    Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.

    Information about this work may change as the result of ongoing research.
    ExpandView PDFPermalinkhttps://digitalepublikationen.albertina.at/en/objects/19-580049/brustbild-einer-dame-im-dreiviertelprofil-nach-rechts