Foto: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien
Mädchen mit vollem Haar im Profil nach links
Foto: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien

Mädchen mit vollem Haar im Profil nach links

Gustav Klimt

um 1902/03




Object numberGKZ429
Strobl-Nr.Strobl 429
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Dateum 1902/03
Dimensions44,6 × 31,2 cm
MediumBleistift auf Papier
Signedl.u. "GVSTAV | KLIMT" (wahrscheinlich von fremder Hand)
Curatorial RemarksThalia und MelpomeneExhibitions
  • 2008 Wien, Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher (15.10.2008 - 15.11.2008)
  • Published References
  • Ver Sacrum, 1903, 22. Heft, S. 379
  • Emil Pirchan, Gustav Klimt. Ein Künstler aus Wien, Wien 1942 (Abb. S. 29)
  • Ingomar Hatle, Gustav Klimt. Ein Maler des Jugendstils, Graz 1955, S. 85
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt als Buchillustrator für die Zeitschrift "Ver sacrum", S. 725, Nr. 89, in: Festschrift für Josef Stummvoll, Wien 1970, S. 715-26
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1878-1903, Bd. I, Salzburg 1980, WV-Nr. 429, S. 138 (Abb. S. 139)
  • Wienerroither & Kohlbacher (Hg.), Gustav Klimt – Egon Schiele (Ausst. Kat. Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien 2008), Wien 2008, Kat. 2
  • Marian Bisanz-Prakken, Klimt. Zeichnungen/Drawings, hg. von Wienerroither & Kohlbacher, Wien 2012, Kat. 5
  • Provenance
  • Fay Shwayder, Denver
  • 5.5.2008 Bonhams, Los Angeles, Los 29
  • 2008 Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien
  • 2012 Privatsammlung, Niederlande (erworben von Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien) [Quelle: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien]

  • ehemalige:r Besitzer:in(Denver 1916 - 2005 Denver)Auktion Bonhams , Los Angeles [24000 USD inkl. Abgaben]ehemalige:r Besitzer:in Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher (gegründet 1993 in Wien)Besitzer:in Privatsammlung , Niederlande
    Bildtext
    Marian Bisanz-Prakken, 2012:
    Gegen Ende 1898 zeichnete Klimt die Allegorie Thaleia und Melpomene (die Musen der Komödie und der Tragödie), die – im Gegensatz zu den gezeichneten Allegorien Junius (1895), Sculptur (1896) und Tragödie (1897) – nicht zur Veröffentlichung gelangte (Strobl WVZ Nr. 441). In dieser horizontalen Darstellung starrt das von langen Haaren umrahmte Profilantlitz der Melpomene – eng neben dem lachenden Gesicht der Thaleia – finster vor sich hin. Die vorliegende Arbeit war bisher nur als Reproduktion in Ver Sacrum (1903) bekannt und wurde von Alice Strobl der kleinen Gruppe von subtilen Studien weiblicher Brustbildnisse zugeordnet, die mit der Figur der Melpomene verwandt erscheinen (Strobl, WVZ Nr. 428-440). Unsere Zeichnung zeigt das für diese Figuren charakteristische, scharf umrissene Profil- Gesicht, das von langen Haaren umwallt wird. Das in parallelen Falten herunterfallende, schlichte Gewand verleiht dem Oberkörper den monumentalen Charakter einer Säule. Anders als bei Melpomene, der anfangs erwähnten Allegorie, die ihrem Schicksal offenen Auges entgegenblickt, zeigt sich hier die von Klimt häufig verwendete Formel des niedergeschlagenen Augenlids. Dieser Gesichtsausdruck wurde vor allem vom niederländischen Symbolisten Jan Toorop inspiriert und lässt die Profilgestalt wie eine Metapher der Meditation erscheinen. Die schlichte, weitgehend auf den Umriss reduzierte Linearität und die ausgeprägte Gliederung der Bildfelder lassen die Vermutung zu, dass diese Zeichnung etwas später (1902-03) entstanden sein könnte als die eher weich nuancierten Blätter der Gruppe (1).

    (1) Marian Bisanz-Prakken ist der Meinung, dass dies auch für die Zeichnung Strobl, WVZ Nr. 428, die 1903 auch in Ver Sacrum abgebildet wurde, zutrifft.


    Last edited30.12.2025

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