Mädchen mit vollem Haar im Profil nach links
Gustav Klimt
um 1902/03
Object numberGKZ429
Strobl-Nr.Strobl 429
Künstler:in
Gustav Klimt
(Wien 1862 - 1918 Wien)
Dateum 1902/03
Dimensions44,6 × 31,2 cm
MediumBleistift auf Papier
Signedl.u. "GVSTAV | KLIMT" (wahrscheinlich von fremder Hand)
Besitzer:in
Privatsammlung
, Niederlande
Curatorial RemarksThalia und MelpomeneExhibitionsehemalige:r Besitzer:in Fay Shwayder (Denver 1916 - 2005 Denver)Auktion5.5.2008 Bonhams , Los Angeles [24000 USD inkl. Abgaben]ehemalige:r Besitzer:in2008-2012 Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher (gegründet 1993 in Wien)Besitzer:inab 2012 Privatsammlung , Niederlande
Bildtext
Marian Bisanz-Prakken, 2012: Gegen Ende 1898 zeichnete Klimt die Allegorie Thaleia und Melpomene (die Musen der Komödie und der Tragödie), die – im Gegensatz zu den gezeichneten Allegorien Junius (1895), Sculptur (1896) und Tragödie (1897) – nicht zur Veröffentlichung gelangte (Strobl WVZ Nr. 441). In dieser horizontalen Darstellung starrt das von langen Haaren umrahmte Profilantlitz der Melpomene – eng neben dem lachenden Gesicht der Thaleia – finster vor sich hin. Die vorliegende Arbeit war bisher nur als Reproduktion in Ver Sacrum (1903) bekannt und wurde von Alice Strobl der kleinen Gruppe von subtilen Studien weiblicher Brustbildnisse zugeordnet, die mit der Figur der Melpomene verwandt erscheinen (Strobl, WVZ Nr. 428-440). Unsere Zeichnung zeigt das für diese Figuren charakteristische, scharf umrissene Profil- Gesicht, das von langen Haaren umwallt wird. Das in parallelen Falten herunterfallende, schlichte Gewand verleiht dem Oberkörper den monumentalen Charakter einer Säule. Anders als bei Melpomene, der anfangs erwähnten Allegorie, die ihrem Schicksal offenen Auges entgegenblickt, zeigt sich hier die von Klimt häufig verwendete Formel des niedergeschlagenen Augenlids. Dieser Gesichtsausdruck wurde vor allem vom niederländischen Symbolisten Jan Toorop inspiriert und lässt die Profilgestalt wie eine Metapher der Meditation erscheinen. Die schlichte, weitgehend auf den Umriss reduzierte Linearität und die ausgeprägte Gliederung der Bildfelder lassen die Vermutung zu, dass diese Zeichnung etwas später (1902-03) entstanden sein könnte als die eher weich nuancierten Blätter der Gruppe (1).
(1) Marian Bisanz-Prakken ist der Meinung, dass dies auch für die Zeichnung Strobl, WVZ Nr. 428, die 1903 auch in Ver Sacrum abgebildet wurde, zutrifft.
Last edited30.12.2025
Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.
Information about this work may change as the result of ongoing research.
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