Hygieia von vorne mit herabfallendem Gewand
Gustav Klimt
ca. 1900
ehemalige:r Besitzer:in Heinrich Rieger (Sereď (Sereth an der Waag) 1868 - 1942 Ghetto Theresienstadt)ehemalige:r Besitzer:in Benno Moser (Sulzbach am Inn 1898 - 1988 Wien)Auktion6.11.1942 Dorotheum Wien [RM 30]ehemalige:r Besitzer:in6.11.1942 Wien Museum (Wien)Auktion22.6.2006 Christie's London [nicht verkauft]Auktion5.11.2009 Sotheby´s New York [10156]ehemalige:r Besitzer:inab 2009 Besitzer:in unbekannt ehemalige:r Besitzer:in2012 Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher (gegründet 1993 in Wien)Besitzer:in Besitzer:in unbekannt
Werkverzeichnis
Dritter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek
https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2002.pdf§
siehe S. 28-30
Siebenter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek
https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2006.pdf§siiehe S. 181-184
Gustav Klimt und Franz Matsch wurden 1893 beauftragt, die Decke der Aula der neu errichteten Universität mit allegorischen Gemälden der verschiedenen Wissenschaften zu dekorieren. Gustav Klimt schuf die (1945 zerstörten) Fakultätsbilder Philosophie (1900-07), Medizin (1901-07) und Jurisprudenz (1903-07), die er zunächst in der Secession präsentierte. Auf Grund der für viele Zeitgenossen anstoßgebenden Wiedergabe der nackten Menschen wurden die Werke öffentlich skandalisiert und letztendlich von den Auftraggebern zurückgewiesen. Diese Arbeit gehört zur Gruppe der Zeichnungen, mit denen Klimt die allegorische Figur „Hygieia“ vorbereitete, die, zu zwei Drittel sichtbar, den Vordergrund der Medizin beherrscht. Die sakrale Gestalt zeichnet sich in ihrem goldgeschmückten Gewand und mit ihren goldglänzenden Attributen, der Schlange und der Schale, in aller Schärfe von der „leidenden Menschheit“ ab. Die Untersicht von „Hygieia“, bedingt durch die Deckendekoration, verstärkt den Eindruck kühler Distanz. Die vorliegende Studie entstand für den 1900 gezeichneten, großen Entwurf für das 1901 erstmals präsentierte Gemälde (1). Subtil definierte Klimt die Gewandfalten, die Schattierungen des maskenhaften Gesichtes und vor allem die Umrisse der Arme und Hände. Bei der komplexen Stellung der Finger verzichtete er auf die Wiedergabe der Attribute. In der säulenhaften Strenge, der geometrisch betonten Gestik und der mysteriös-verschlossenen Mimik zeigt sich „Hygieia“ wesentlich von den Frauengestalten des belgischen Symbolisten Fernand Khnopff beeinflusst, dessen Werke für Klimt von großer Bedeutung waren.
(1) Albertina, Wien, Inv. Nr. 29545. – Alice Strobl, Gustav Klimt: Die Zeichnungen, 1878–1903, Band I (Salzburg: Verlag Galerie Welz, 1980), Abb. S. 187, Kat. 605.
Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.
Information about this work may change as the result of ongoing research.