Foto: Karl & Faber Kunstauktionen Gmbh
Brustbild einer alten Frau nach rechts
Foto: Karl & Faber Kunstauktionen Gmbh

Brustbild einer alten Frau nach rechts

Gustav Klimt

1901-1903




Object numberGKZ674
Strobl-Nr.Strobl 674
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Date1901-1903
Dimensions44,5 × 31 cm (17 1/2 × 12 3/16 in.)
MediumBlauer Farbstift auf Papier
Inscribedr.u. "7"
Curatorial RemarksStudie für das Fakultätsbild MedizinExhibitions
  • 1969 New York, Serge Sabarsky Gallery (14.03.1969 - 31.05.1969)
  • 1983 Rom, Pinacoteca Capitolina (26.07.1983 - 03.10.1983)
  • 1984 München, Villa Stuck (29.11.1984 - 27.01.1985)
  • 1984 Wien, Historisches Museum der Stadt Wien (07.06.1984 - 16.09.1984)
  • 1984 Hannover, Kestner-Gesellschaft (28.09.1984 - 25.11.1984)
  • 1985 Linz, Neue Galerie (05.02.1985 - 08.04.1985)
  • 1985 Trient, Castel Ivano (29.06.1985 - 31.08.1985)
  • 1986 Neapel, Accademia di Belle Arti (18.04.1986 - 01.06.1986)
  • 1986 Martigny, Fondation Pierre Gianadda (28.11.1986 - 25.01.1987)
  • 1986 Florenz, Palazzo Medici Riccardi (11.01.1986 - 03.04.1986)
  • 1987 Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts, Europalia 87 Österreich (17.09.1987 - 29.11.1987)
  • 1987 Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (06.02.1987 - 15.03.1987)
  • 1987 Graz, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Schloss Plankenwarth (25.06.1987 - 30.08.1987)
  • 1988 Halbturn, Schloss Halbturn (03.05.1988 - 26.10.1988)
  • 1989 Roslyn/New York, Nassau County Museum of Art (02.06.1989 - 14.10.1989)
  • 1991 Florenz, Palazzo Strozzi (01.12.1991 - 16.03.1992)
  • 1992 Krakau, Palacu Sztuki (09.06.1992 - 12.07.1992)
  • 1997 Frankfurt/Main, Jahrhunderthalle Hoechst (05.10.1997 - 19.11.1997)
  • 2002 Kopenhagen, Kunstforeningen (23.02.2002 - 12.05.2002)
  • 2007 New York, Neue Galerie New York (18.10.2007 - 30.06.2008)
  • 2008 Lleida, Centro Social y Cultural de la Fundación La Caixa (12.11.2008 - 18.01.2009)
  • 2012 New York, Neue Galerie New York (24.05.2012 - 27.08.2012)
  • 2016 New York, Neue Galerie New York (22.09.2016 - 16.01.2017)
  • Published References
  • Alfred Werner, Gustav Klimt. One hundred drawings, New York 1972, Nr. 30 (Abb.)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1878-1903, Bd. I, Salzburg 1980, WV-Nr. 674, S. 198 (Abb. S. 199)
  • Gustav Klimt. Cento disegni a cura di Serge Sabarsky (Ausst. Kat. Comune, Rom 1983 Palazzo della Permanente, Mailand 1984), Mailand 1983, Nr. 36 (Abb.)
  • Gustav Klimt. Zeichnungen aus amerikanischem Privatbesitz, ausgewählt von Serge Sabarsky und aus Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien (Ausst.-Kat., Historisches Museum der Stadt Wien, Wien 1984 / Villa Stuck, München 1984 / Neue Galerie, Linz 1985), Wien 1984, Nr. 53 (Abb. u. Farbtaf. 14)
  • Gustav Klimt. Zeichnungen aus amerikanischem Privatbesitz, ausgewählt von Serge Sabarsky und aus Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien (Ausst. Kat. Kestner-Gesellschaft, Hannover 1984), Hannover 1984, Nr. 52 (Abb. Farbtaf.)
  • Gustav Klimt. Cento disegni a cura di Serge Sabarsky (Ausst.-Kat. Castel Ivano, Trient 1985 / Palazzo Medici Riccardi, Florenz 1986), Mailand 1986, Nr. 36 (Abb.)
  • Serge Sabarsky, Gustav Klimt. Europalia 87. Österreich (Ausst. Kat. Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel 1987), Brüssel 1987, Kat. 77 (Abb. S. 122)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen Nachtrag 1878-1918, Bd. IV, Salzburg 1989, WV-Nr. 674, S. 238
  • Hommage à Serge Sabarsky. Klimt. Kokoschka. Schiele. Aquarelle und Zeichnungen (Ausst. Kat. Jahrhunderthalle Hoechst, Frankfurt/Main 1997), Frankfurt/Main 1997, Kat. 11
  • Renée Price (Hg.), Gustav Klimt. The Ronald S. Lauder and Serge Sabarsky Collections (Ausst. Kat. Neue Galerie New York, New York 2007/08), München u.a. 2007, Kat. D34, S. 400 (Abb. S. 300 l.u.)
  • Tobias G. Natter (Hg.), Klimt and the Women of Vienna´s Golden Age 1900-1918 (Ausst. Kat. Neue Galerie, New York 2016/17), München 2016, S. 153, Kat. 7 (Abb.), 181
  • Provenance
  • Elliott Scott, Evanston/Illinois
  • Serge Sabarsky Collection, New York
  • Vally Sabarsky Collection, New York
  • 7.12.2023 Karl & Faber, München, Los 425 (Abb. S. 47)
  • Besitzer:in unbekannt

  • ehemalige:r Besitzer:in(ca. 1941 Downers Grove, Illinois)ehemalige:r Besitzer:in(New York)ehemalige:r Besitzer:in(New York)Auktion Karl & Faber Kunstauktionen [28000](gegründet 1923 in München)Besitzer:in
    Werkverzeichnis
    Alice Strobl, 1980:
    Erst im endgültigen Zustand ist die alte Frau mit langem hängendem Haar ähnlich wie in dieser Studie dargestellt.
    Auktionskatalog
    Karl & Faber Kunstauktionen, 2023:

    • Studie für das (verbrannte) Fakultätsbild Medizin, welches Klimt im Auftrag der Universität Wien schafft
    • Ungeschönte und dennoch friedvolle Darstellung des alternden menschlichen Körpers
    • In zartem Blau ausgeführte Skizze voller Expressivität

    Mild und leise lächelt sie, ganz in sich versunken. Klimts „Brustbild einer alten Frau nach rechts“ strahlt, auf Papier gebracht in zarten blauen Buntstiftstrichen, eine Ruhe und stille Schönheit aus, ganz so, als wolle der Künstler den menschlichen Körper trotz des nicht zu leugnenden Alters feiern.

    Gustav Klimt erhält 1894 gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Matsch den Auftrag der Universität Wien, die Decke des Großen Festsaals mit vier Gemälden auszuschmücken. Diese sollen die vier Fakultäten – Medizin, Theologie, Philosophie und Jurisprudenz – allegorisch darstellen. Während Klimt einen ersten Kompositionsentwurf bereits 1898 fertigstellt, wird es noch bis 1907 dauern, bis das Gemälde mithilfe Hunderter Skizzen und diverser Zwischenzustände seine finale Form erreicht.

    Zu sehen ist im Endzustand der Kreislauf aus Werden und Vergehen, Leben und Tod. Im Vordergrund streckt die Figur der Hygieia als Allegorie der Gesundheit die Äskulapnatter und eine Schale mit Lethe-Wasser empor. Hinter ihr winden sich rechter Hand zahlreiche Menschen in einem Knäuel. Alt und jung, groß und klein, symbolisieren sie die verschiedenen Lebensalter, das Geboren-Werden, Leben und Sterben. Nur durch zwei ausgestreckte Arme sind sie mit einer weiblichen Figur auf der Bildlinken verbunden, der zu Füßen sich ein Säugling findet. Die zwei Figuren konzentrieren die Aussage der Menschenmasse, nämlich das Werden und Vergehen der menschlichen Existenz. Der Tod, gezeigt in Form eines Skeletts, wirft derweil seinen Schleier aus und schickt sich an, die diversen Figuren des Bildes in diesen einzuwinden.

    Das Bild wird zum Skandal: Viel zu negativ! Der Künstler betont nur das Elend des menschlichen Körpers und Lebens! Wo sind die medizinischen Fähigkeiten der Prävention, der modernen Heilungsmöglichkeiten? Und was soll diese laszive Nackte auf der linken Seite?

    Die enorme Kritik sorgt indes nicht für ein Umdenken in Klimts Schaffen. Im Gegenteil, noch vehementer verfolgt er seinen Stil und schafft in der Folge mit dem Fakultätsbild „Jurisprudenz“ ein weiteres Skandalbild. Die Fakultätsgemälde Klimts werden nicht in der Universität angebracht. Klimt kauft, wo möglich, die Skizzen und die finalen Gemälde zurück, von hier aus landen sie in privaten Sammlungen. In der Zeit des Nationalsozialismus werden die Fakultätsbilder beschlagnahmt und verbrennen schließlich auf Schloss Immendorf, als die dort gesammelte Raubkunst von deutschen Truppen angezündet wird. Erhalten bleiben lediglich die Fotografien der Fakultätsbilder und zahlreiche Skizzen.

    Das hier angebotene Brustbild findet im fertigen Gemälde seine fast exakte Entsprechung in einem kleinen Detail. Unterhalb der Hygieia mit Schale ist sie zu finden: Die alte Frau, mild und leise lächelnd.


    Last edited03.05.2026

    Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.

    Information about this work may change as the result of ongoing research.
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