Foto: The J. Paul Getty Museum, Los Angeles
Public Domain
Zwei Studien eines sitzenden Rückenaktes mit langem Haar
Foto: The J. Paul Getty Museum, Los Angeles Public Domain

Zwei Studien eines sitzenden Rückenaktes mit langem Haar

Gustav Klimt

um 1901-1902




Object numberGKZ862
Strobl-Nr.Strobl 862
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Dateum 1901-1902
Dimensions31,7 × 45,2 cm (12 1/2 × 17 13/16 in.)
MediumSchwarze Kreide und roter Farbstift auf Papier
SignedM.u. "GVSTAV | KLIMT"
Inscribedl.u. "R" (gedreht)
Inv. Nr. The J. Paul Getty Museum, Los Angeles2009.57.2
Curatorial RemarksStudie für GoldfischeExhibitions
  • 1928 Wien, Secession (27.06.1928 - 31.07.1928)
  • 1976 Essen, Museum Folkwang (30.01.1976 - 14.03.1976)
  • 2011 Los Angeles, J. Paul Getty Museum (29.03.2011 - 19.06.2011)
  • 2012 Los Angeles, J. Paul Getty Museum (03.07.2012 - 23.09.2012)
  • 2013 Los Angeles, J. Paul Getty Museum (23.07.2013 - 20.10.2013)
  • 2015 Los Angeles, J. Paul Getty Museum (10.02.2015 - 17.05.2015)
  • Published References
  • Ver Sacrum, 1902, 10. Heft, S. 159 (nur die rechte Gestalt)
  • XCIX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession, Klimt-Gedächtnisausstellung (Ausst. Kat. Secession, Wien 1928), Wien 1928 (Abb. Detail, wie in Ver Sacrum)
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt Dokumentation, Wien 1969 (Abb. 365)
  • Werner Hofmann, Gustav Klimt und die Wiener Jahrhundertwende, Salzburg 1970 (Taf. VI)
  • Gustav Klimt, Zeichnungen aus Albertina- und Privatbesitz (Ausst. Kat. Museum Folkwang, Essen 1976), Essen 1976, Nr. 21 (Abb.)
  • Otto Breicha, Gustav Klimt. Die goldene Pforte. Werk - Wesen - Wirkung. Bilder und Schriften zu Leben und Werk, Bremen 1978 (Abb. 26)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt, Die Zeichnungen 1878–1903, Bd. I., Salzburg, 1980, WV-Nr. 862, S. 250 (Abb. S. 251)
  • Otto Breicha, Gustav Klimt, Mailand 1981 (Abb. 36)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen Nachtrag 1878–1918, Bd. IV, Salzburg 1989, WV-Nr. 862, S. 240
  • Christian M. Nebehay, Gustav Klimt. Von der Zeichnung zum Bild, Wien 1992, S. 74 (Abb. 74)
  • Le Clarie Kunst (Hg.), Gustav Klimt 1862-1918. Some Early Drawings, Katalog Nr. 23, Hamburg 2009, Kat. 4
  • Marian Bisanz-Prakken, Klimts zeichnerisches Universum: Grundhaltungen – Seelenstimmungen, in: Tobias G. Natter (Hg.), Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde, Köln 2012, S. 370-457, hier S. 387 (Abb. 15)
  • Provenance
  • 1903 Carl Reininghaus, Wien (erworben vom Künstler) [Quelle: Le Claire Kunst 2009]
  • 1915 August Lederer, Wien (erworben von Carl Reininghaus, Wien) [Quelle: Le Claire Kunst 2009]
  • bis 1985 Erich Lederer, Genf (durch Erbweg von August Lederer) [Quelle: Sotheby's]
  • 1985 Privatbesitz, Österreich [Quelle: Le Claire Kunst 2009]
  • 6.2.2007 Sotheby's London, Los 120 (Abb. S. 37)
  • 2009 Le Claire Kunst, Hamburg
  • 2009 The J. Paul Getty Museum, Los Angeles

  • ehemalige:r Besitzer:in Carl Reininghaus (Graz 1857 - 1929 Wien)ehemalige:r Besitzer:in August Lederer (Böhmisch-Leipa 1857 - 1936 Wien)ehemalige:r Besitzer:in Erich Lederer (Wien 1896 - 1985 Genf)ehemalige:r Besitzer:in Privatbesitz , ÖsterreichAuktion London, Sotheby's [197132]ehemalige:r Besitzer:in Le Claire Kunst (Hamburg)Besitzer:in Los Angeles, The J. Paul Getty Museum
    Werkverzeichnis
    Alice Strobl, 1980:
    Studien für die Vordergrundfigur in "Goldfische". Das Haftungsmotiv Kat. Nr. 812 u. Nr. 813 von der Rückseite wiedergegeben.
    Auktionskatalog
    London, Sotheby's, 2007:
    The present two studies are preparatory drawings for Gustav Klimt’s stunning painting Goldfisch of 1901-02  which is now located in the Kunstmuseum in Solothurn in Switzerland. They are characterised by the beautiful line describing a nude from behind with wavy hair and alluring curves.
    Katalogtext
    Marian Bisanz-Prakken, 2009:
    Klimts Studie zweier weiblicher Rückenakte entstand für sein lebensgroßes, in schmalem Hochformat ausgeführtes Gemälde Goldfische, das in der XIII. Ausstellung der Wiener Secession (Februar - März 1902) erstmals präsentiert wurde1. In dieser geheimnisvollen Unterwasserszene bildet der monströse Kopf eines Goldfisches einen emphatischen Kontrast zur sinnlichen Nacktheit dreier Wassernixen, deren rundliche Körperformen von wallenden Haarmassen und stilisierten Wasserpflanzen umspielt werden. Stein des Anstoßes für das Wiener Publikum war die herausfordernde Pose der unteren, spöttisch über ihre Schulter blickenden Rückenfigur, deren nahsichtig dargestellte Gesäßpartie die Leinwand zu sprengen scheint. Angeblich nannte Klimt das erotisch verspielte Bild inoffiziell „an meine Kritiker“? in Anspielung auf sein gespanntes Verhältnis zur konservativen Presse, die ihn wegen der schonungslos realistischen Wiedergabe der nackten Figuren in Medizin heftig angegriffen hatte. Dieses Bild war im Frühjahr 1901 in der Secession präsentiert worden. Das hier gezeigte Studienblatt, dessen rechte Figur mit den schwungvoll stilisierten Kurven und den langen, dunklen Haaren 1902 in der Secessionszeitschrift Ver Sacrum abgebildet wurde, ist stilistisch wie auch motivisch als ein bemerkenswertes Bindeglied zwischen der stimmungsvollen Medizin und dem von monumentalen Stilidealen geprägten Beethovenfries anzusehen. Eine durchaus ähnliche Pose zeigt einerseits die am unteren Bildrand befindliche Frauengestalt in Medizin (die in einem späteren Stadium übermalt wurde); gleichzeitig lässt sich die vorliegende Zeichnung mit zwei Studien für die Wollust im Beethovenfries verbinden, die das gleiche oder ein ähnliches Modell von vorne präsentieren2. Obwohl Klimt sich in der zweifachen Wiedergabe der Rückenfigur weitgehend auf die äußerst schwungvollen Konturen beschränkt, vermitteln diese reizvollen Skizzen – in Analogie zum Gemälde – immer noch die Illusion einer gewissen Räumlichkeit, wobei plastische Werte durch weiche, mehrfach angesetzte Umrisslinien suggeriert werden. Im Beethovenfries dienen die Konturlinien dann der kompromisslosen Wiedergabe von Profil- und Frontalstellungen.

    1 Dübi-Müller-Stiftung, Solothurn. Fritz Novotny und Johannes Dobai, Gustav Klimt, Salzburg 1975, (2. Aufl.), Nr. 124; Alfred Weidinger, Gustav Klimt, München 2007, Nr. 152, s. Vgl. Abb. im englischen Text unter Kat.-Nr. 4.

    2 Alice Strobl, op. cit., Bd. 1, 1980, Nrn. 812, 813.


    Last edited08.01.2026

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