Studie für das Bildnis Fritza Riedler: Sitzend nach links, die Pelzboa herabhängend
Gustav Klimt
1904/05
ehemalige:r Besitzer:in1918 Nachlass Gustav Klimt (Wien 1918)ehemalige:r Besitzer:invermutlich: 1918-1950 Johanna Zimpel (Wien 1873 - 1950 Wien)ehemalige:r Besitzer:in(vermutlich 1950) Rudolf Zimpel (Wien 1898 - 1984 Mödling)ehemalige:r Besitzer:inca. 1950-1955 Felix Landau Gallery (Los Angeles 1951 - 1970)ehemalige:r Besitzer:in Felix Landau (Wien 1924 - 2003 Garches, Frankreich)ehemalige:r Besitzer:in Privatsammlung Auktion17.12.2020 Auktionshaus im Kinsky [50000](Wien)ehemalige:r Besitzer:in17.12.2020-8.12.2022 Besitzer:in unbekannt Auktion8.12.2022 Auktionshaus im Kinsky [44000](Wien)Besitzer:inab 8.12.2022 Besitzer:in unbekannt
Auktionskatalog
Fritza (Friederike) Riedler, geborene Langer (Berlin 1860 – 1927 Wien) war die Gattin von Aloys Riedler, Professor an der technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Ihr von Gustav Klimt geschaffenes, 1906 datiertes Porträtgemälde ist eines der Hauptwerke des Goldenen Stils und zeigt sich deutlich durch das von Diego Velázquez gemalte Bildnis der Infantin Maria Teresa inspiriert. Von diesem majestätischen Charakter sind auch die spätestens 1904 gezeichneten Studien für das Bildnis geprägt. Diese gehören zu den letzten Arbeiten, die Klimt mit schwarzer Kreide auf Packpapier gezeichnet hat; noch im selben Jahr (1904) sollte sich seine radikale Wende zu einer helleren Papiersorte und zur neuen Technik des Bleistifts vollziehen. Die dünnen Kreidelinien und die behutsam gliedernde Gestaltungsweise der Studien von Fritza Riedler kennzeichnen diese einmalige Übergangssituation.
Auch in dieser Studie findet der Durchbruch des Künstlers zu einer geometrisch bestimmten Gestaltungsweise seinen deutlichen Niederschlag. Innerhalb der Konturen definiert Klimt mit subtilen, behutsam dosierten Linien die senkrecht fallende Boa, die eckig stilisierten Hände oder die in große Felder gegliederte Bekleidung. Der Blickkontakt mit dem Betrachter ist im Wesentlichen auf ein Auge reduziert, der Mund öffnet sich leicht, wie zum Sprechen. Obwohl das Studium der Stellungen und Gesten der für ihn posierenden Auftraggeberinnen im Vordergrund stand, lässt Klimt die wesentlichen Momente ihrer Mimik immer wieder aufblitzen. Diese Spannung zwischen der Spontaneität des Augenblicks und dem Anspruch des Ewiggültigen macht den autonomen Stellenwert seiner Studien für die Porträtgemälde aus.Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.
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