Studie zu Bildnis Fräulein Lieser: Stehend von vorne
Gustav Klimt
1917
Object numberGKZ2587
Strobl-Nr.Strobl 2587
Künstler:in
Gustav Klimt
(Wien 1862 - 1918 Wien)
Dargestelltvermutlich:
Dr. Helene Lieser
(Wien 1898 - 1962 Wien)
Dargestelltfrüher angenommen:
Margarethe Constance Emilie Lieser
(Wien 1899 - 1965 London)
Date1917
DimensionsMaße mit Rahmen: 50 × 32,5 cm
MediumBleistift auf Papier
Markingsr.u. Nachlaßstempel [nach 1984 angebracht]; verso Stempel "Nachlass Gustav Klimt Sammlung R. Zimpel"
Besitzer:in
Besitzer:in unbekannt
Exhibitionsehemalige:r Besitzer:in1918 Nachlass Gustav Klimt (Wien 1918)ehemalige:r Besitzer:invermutlich: 1918-1950 Johanna Zimpel (Wien 1873 - 1950 Wien)ehemalige:r Besitzer:in(vermutlich 1950) Rudolf Zimpel (Wien 1898 - 1984 Mödling)Auktion29.11.2016 Auktionshaus im Kinsky [30000](Wien)ehemalige:r Besitzer:in Besitzer:in unbekannt Auktion20.6.2017 Auktionshaus im Kinsky [28000](Wien)Auktion24.4.2024 Auktionshaus im Kinsky [nicht verkauft](Wien)Besitzer:in Besitzer:in unbekannt
Werkverzeichnis
Alice Strobl, 1984: Wie aus den voneinander abweichenden Identifizierungen dieser Studien hervorgeht, lassen sich diese Studien nicht eindeutig für ein Bildnis bestimmen, zumal auch das Gesicht nur ein Oval zeigt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß es sich um Studien für das Bildnis Fräulein Lieser handelt.
Marian Bisanz-Prakken, 2024: Die Studie für das neu entdeckte und hier zur Auktion stehende Bildnis „Fräulein Lieser“ (Kat.-Nr. 19), das bis vor Kurzem nur als Schwarzweißfoto bekannt war, erscheint durch diesen Zusammenhang in einem besonderen Licht. Innerhalb der von Alice Strobl katalogisierten Zeichnungen für das Bildnis der jungen Frau, deren genaue Identität bis auf Weiteres ungeklärt bleibt, vertritt das hier präsentierte Exemplar motivisch gesehen die umfangreichste Kategorie (Strobl Nr. 2584-2605). Gemeint sind jene Arbeiten, in denen Klimt sein frontal stehendes Modell in voller Länge erfasst und säulenhaft in der Fläche verankert, indem er Kopf- und Fußpartie von den Blatträndern überschneiden lässt (im Gemälde zeigt sich die Figur etwa ab den Knien). In manchen dieser Zeichnungen deutet er die Gesichtszüge an, doch hier zeichnet er nur den Umriss des Ovals. Auch die Hände sind weitgehend schematisiert, während die kleinen Blumen des im Gemälde dargestellten Umhangs zu Ovalen zusammengefasst oder runde in eckige Formen geschoben werden (Strobl, Bd. III, S. 112).
Was Klimt bei seiner zeichnerischen Suche vor allem beschäftigt, ist die Dynamik des wellenartig fließenden Umhangs, die – charakteristisch für die Spätzeit – von einer lebhaften, abstrahierenden Strichführung geprägt wird. Einen expressiven Dialog führen die linearen Strukturen dieses dominierenden Textilteils mit der sich fast sinnlich öffnenden, hellen Kleidungsschicht. Im Gemälde vollzieht sich die Interaktion zwischen den Raumschichten vor allem in den intensiven Farben.
Last edited16.01.2026
Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.
Information about this work may change as the result of ongoing research.
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