Brustbild eines bärtigen Mannes von vorne
Gustav Klimt
1879
ehemalige:r Besitzer:inbis 1980 Betti Richard Matsch (New York 1916 - 2005 New York)ehemalige:r Besitzer:in1980-1996 Serge Sabarsky Collection (New York)ehemalige:r Besitzer:in1996-2024 Vally Sabarsky Trust (New York)Auktion6.6.2024 Karl & Faber Kunstauktionen (gegründet 1923 in München)Besitzer:in Besitzer:in unbekannt
Auktionskatalog
• Ausdrucksstarkes Porträt aus Gustav Klimts Frühwerk
• Exzellentes Beispiel für seine meisterhafte Zeichenkunst bereits im Alter von 17 Jahren
• Aus dem Nachlass der Bildhauerin Betty Richard Matsch, Schwiegertochter von Gustav Klimts Künstlerkollegen Franz Matsch
Es sind nur wenige solcher frühen Porträtzeichnungen Gustav Klimts erhalten, die die ungewöhnliche künstlerische Meisterschaft des erst siebzehnjährigen Schülers zeigen. Das “Brustbild eines bärtigen Mannes von vorne” entsteht 1879 und stammt somit aus der Lehrzeit Gustav Klimts an der Kunstgewerbeschule in Wien, die er seit 1876 besucht. Neben dem klassischen Zeichenstudium anhand von Aktmodellen und antiken Gipsabgüssen trainiert Klimt seine zeichnerischen Fähigkeiten zu dieser Zeit auch anhand von Porträts, die er von Familienmitgliedern und Personen aus seinem Umfeld anfertigt. Leider ist nicht überliefert, wer der charakterstarke bärtige Mann ist. Klimt arbeitet den Kopf überaus detailliert und die krausen Haare des üppigen Vollbartes nahezu fotorealistisch heraus, mit Licht und Schatten konturiert er die individuellen Züge des markanten Gesichtes.
Das Blatt stammt aus dem Nachlass der amerikanischen Bildhauerin Betty Richard Matsch (1916-2005), die von 1953-1956 in Wien lebt und arbeitet und ihre Skulpturen auf Ausstellungen im Künstlerhaus und der Staatsdruckerei präsentiert. 1953 heiratet Betty Richard den österreichischen Diplomaten Franz Matsch (1899-1973), der Generalkonsul und ständiger Vertreter Österreichs bei der UNO in New York ist. Dessen Vater, Franz Matsch senior (1861-1942), studierte Ende der 1870er Jahre mit den Brüdern Ernst und Gustav Klimt an der Kunstgewerbeschule in Wien. Gemeinsam gründeten sie die “Künstler-Compagnie” und fertigten unter anderem die künstlerische Innendekoration des Wiener Burgtheaters, des Kunsthistorischen Museums und der Universität Wien. Während der Arbeit von Franz Matsch und Gustav Klimt an den sogenannten Fakultätsbilder für den Großen Festsaal der Universität Wien kam es zum Bruch der beiden Künstler.
Vermutlich gelangte das “Porträt eines bärtigen Mannes von vorne” bereits während der Studienzeit der beiden Künstler um 1880 in den Besitz von Franz Matsch senior. Alice Strobl führt im Werkverzeichnis ein sehr ähnliches Porträt aus dem Jahr 1879 auf, das möglicherweise den gleichen Mann darstellt und den Franz Matsch ebenfalls porträtierte (vgl. Strobl 27, WVZ Bd. 1, S. 24).
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