Studie zu Bildnis Adele Bloch-Bauer: Stehend mit Cape von vorne
Gustav Klimt
1902/03
Auktion23.6.1982 Galerie Kornfeld Auktionen AG (Bern)ehemalige:r Besitzer:in Privatbesitz , ÖsterreichAuktion16.6.2006 Galerie Kornfeld Auktionen AG [14168](Bern)Auktion23.5.2023 Dorotheum Wien [40000]Besitzer:inab 23.5.2023 Sammlung Tobias Faber und Sharón Zoldan (USA)
Werkverzeichnis
1903 erhielt Gustav Klimt erstmals den Auftrag, Adele Bloch-Bauer, Gattin des jüdischen Industriellen Ferdinand Bloch, zu porträtieren. Während er seine berühmte Adele Bloch-Bauer I (Neue Galerie, New York) 1907 in sitzender Pose vollendete, malte er sie 1912 als ganzfiguriges Porträt in stehender, streng frontaler Haltung (Privatsammlung). Beide Darstellungen entwickelte Gustav Klimt in mehreren Studienblättern von 1903/04 bzw. 1911/12.
Das vorliegende Blatt gehört zur Gruppe der stehenden Figuren, wie sie in Varianten von 1903 bei Alice Strobl, in Band I, Nrn. 1101–1115 und im Nachtrags-Band IV, Nrn. 3528 – 3530 aufgelistet sind. Die frühen Studien sind in schwarzer Kreide auf Packpapier, die späteren Studien von 1911/12, Strobl II, Nrn. 2086-2097 sowie Strobl IV, Nrn. 3637-3638a mit Bleistift auf Japanpapier. Unter den ersten Entwürfen zeigt die vorliegende Studie am deutlichsten den künstlerischen Gedanken der gerade und frontal ins Bild gesetzten Figur, eine Idee, die Klimt wohl nach seinem Besuch von San Vitale in Ravenna 1903 von der Darstellung der Theodora übernommen hat. Das Spannungselement liegt im Gegensatz zwischen der ganz in der Fläche hochgezogenen Figur – typisch der oben abgeschnittene Kopf – und der dynamisch-gestischen Skizzierung des Umhangs.
Expertin: Dr. Marianne Hussl-Hörmann
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