Studie zu Bildnis Sonja Knips: Im Lehnstuhl sitzend von vorne
Gustav Klimt
1897-1898
ehemalige:r Besitzer:in Privatsammlung , ÖsterreichAuktion5.12.2017 Auktionshaus im Kinsky (Wien)Besitzer:in Besitzer:in unbekannt
Auktionskatalog
Nicht weniger revolutionär und folgenreich war die Wende, die Klimt im Rahmen seiner vorbereitenden Studien vollzog. (Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. I, Salzburg 1980, Nr. 409-426)Neuartig war seine serienmäßige Arbeit auf Blättern aus Packpapier, von denen er sich 1904 zugunsten einer japanischen Papiersorte verabschieden sollte. Mit den fließenden Linien seiner schwarzen – manchmal auch blauen – Kreide versucht er im abwechselnd vertikalen und horizontalen Papierformat die Essenz seiner Auftraggeberin zu erfassen, die er in ständig wechselnden Stellungen posieren lässt. Die in sich geschlossenen Blätter markieren einen jeweils neuen Schritt im Arbeitsprozess. So lässt sich die hier gezeigte, bisher unbekannte Studie mit zwei weiteren, gleichfalls hochformatigen Blättern verbinden, in denen sich allerdings der Lehnstuhl abzeichnet, der im Gemälde eine wichtige Rolle spielen sollte. (Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen, Bd. I, Salzburg 1980, Nr. 418, 419) In unserem Fall verzichtet Klimt auf die Wiedergabe des Möbelstücks. Sonja Knips befindet sich frei im Raum und sitzt dem Zeichner in entspannter Stellung frontal gegenüber. Vor dem linken, auf ihrem Schoß ruhenden Arm deutet Klimt mit knappen Linien das kleine Skizzenbuch an, das im Gemälde von ihrer rechten Hand gehalten wird. Als Zeichner sollte Klimt bei allen nachfolgenden Porträtaufträgen der hier erstmals erprobten Methode des unermüdlichen, spontanen Erfassens seiner weiblichen Modelle treu bleiben. 2017
Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.
Information about this work may change as the result of ongoing research.