Foto: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien
Hygieia von vorne mit herabfallendem Gewand
Foto: Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien

Hygieia von vorne mit herabfallendem Gewand

Gustav Klimt

ca. 1900




Object numberGKZ558
Strobl-Nr.Strobl 558
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Dateca. 1900
Dimensions43,1 × 29,2 cm
MediumSchwarze Kreide auf Papier
Signedr.u. "GVSTAV | KLIMT"
Markingsl.u. Rundstempel "Sammlung B. Moser" (Lugt 1828a) r.o. Stempel mit verschlungenen Buchstaben AMB (Lugt 83a, unbekannt)
Inv.-Nr. Wien Museum71507
Lugt1828a
Lugt83a
Curatorial RemarksStudie für das Fakultätsbild MedizinExhibitionsPublished References
  • Fritz Novotny/Johannes Dobai, Gustav Klimt, Salzburg 1975, S. 318
  • Wiener Stilkunst um 1900. Zeichnungen und Aquarelle im Besitz des Historischen Museums (Ausst. Kat. Historisches Museum der Stadt Wien, Wien 1979), Wien 1979, Nr. 121
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1878-1903, Bd. I, Salzburg 1980, WV-Nr. 558, S. 180 (Abb. S. 181)
  • Gustav Klimt. Zeichnungen aus amerikanischem Privatbesitz, ausgewählt von Serge Sabarsky und aus Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien (Ausst.-Kat., Historisches Museum der Stadt Wien, Wien 1984 / Villa Stuck, München 1984 / Neue Galerie, Linz 1985), Wien 1984, Nr. 30 (Abb. S. 30)
  • Gustav Klimt. Zeichnungen aus amerikanischem Privatbesitz, ausgewählt von Serge Sabarsky und aus Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien (Ausst. Kat. Kestner-Gesellschaft, Hannover 1984), Hannover 1984, Nr. 32 (Abb.)
  • Alice Strobl, Gustav Klimt. Die Zeichnungen Nachtrag 1878-1918, Bd. IV, Salzburg 1989, WV-Nr. 558, S. 237
  • Toni Stooss / Christoph Doswald (Hg.), Gustav Klimt (Ausst. Kat. Kunsthaus Zürich, Zürich 1992), Ostfildern-Ruit 1992 , S. 260, Kat. Z 58 (Abb.)
  • Marian Bisanz-Prakken, Gustav Klimt. 14 Drawings, hg. von Wienerroither & Kohlbacher, Wien 2015, Kat. 4
  • Christian Mertens/Gerhard Milchram/Michael Wladika (Hg.), "In gutem Glauben erworben". 25 Jahre Restitutionsforschung der Stadt Wien, Wien 2024, S. 272-273 (Abb. S. 268)
  • Provenance
  • Dr. Heinrich Rieger, Wien
  • Benno Moser, Wien
  • 4.11.1942 Dorotheum Wien, Los 317 (eingebracht von Benno Moser)
  • 4.11.1942 Wien Museum (erworben im Dorotheum Wien)
  • 13.4.2006 Restitution an die Erben nach Dr. Heinrich Rieger
  • 22.6.2006 Christie's, London, Los 423 (Abb. S. 32) (nicht verkauft)
  • 5.11.2009 Sotheby's, New York, Los 186 (Abb. S. 125)
  • Besitzer:in unbekannt
  • 2012 Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher, Wien
  • Besitzer:in unbekannt

  • ehemalige:r Besitzer:in(Sereď (Sereth an der Waag) 1868 - 1942 Ghetto Theresienstadt)ehemalige:r Besitzer:in(Sulzbach am Inn 1898 - 1988 Wien)Auktion Dorotheum Wien [RM 30]ehemalige:r Besitzer:in Wien Museum (Wien)Auktion Christie's London [nicht verkauft]Auktion Sotheby´s New York [10156]ehemalige:r Besitzer:in Besitzer:in unbekannt ehemalige:r Besitzer:in Kunsthandel Wienerroither & Kohlbacher (gegründet 1993 in Wien)Besitzer:in
    Werkverzeichnis
    Alice Strobl, 1980:
    Die Haltung angeregt durch einen antiken Hygieia-Typus, den auch der Hygieia-Brunnen von Johann Martin Fischer vor dem Josephinum auf der Währingerstraße (1787) zeigt.
    Restitutionsbericht
    Amtsführender Stadtrat für Kunst und Wissenschaft, 2002-11-21:

    Dritter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek  

    https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2002.pdf§

    siehe S. 28-30 

    Amtsführender Stadtrat für Kunst und Wissenschaft, 2006-12-01:

    Siebenter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek

    https://www.wienmuseum.at/fileadmin/user_upload/PDFs/Restitutionsbericht_2006.pdf§

    siiehe S. 181-184 

    Bildtext
    Marian Bisanz-Prakken, 2012:

    Gustav Klimt und Franz Matsch wurden 1893 beauftragt, die Decke der Aula der neu errichteten Universität mit allegorischen Gemälden der verschiedenen Wissenschaften zu dekorieren. Gustav Klimt schuf die (1945 zerstörten) Fakultätsbilder Philosophie (1900-07), Medizin (1901-07) und Jurisprudenz (1903-07), die er zunächst in der Secession präsentierte. Auf Grund der für viele Zeitgenossen anstoßgebenden Wiedergabe der nackten Menschen wurden die Werke öffentlich skandalisiert und letztendlich von den Auftraggebern zurückgewiesen. Diese Arbeit gehört zur Gruppe der Zeichnungen, mit denen Klimt die allegorische Figur „Hygieia“ vorbereitete, die, zu zwei Drittel sichtbar, den Vordergrund der Medizin beherrscht. Die sakrale Gestalt zeichnet sich in ihrem goldgeschmückten Gewand und mit ihren goldglänzenden Attributen, der Schlange und der Schale, in aller Schärfe von der „leidenden Menschheit“ ab. Die Untersicht von „Hygieia“, bedingt durch die Deckendekoration, verstärkt den Eindruck kühler Distanz. Die vorliegende Studie entstand für den 1900 gezeichneten, großen Entwurf für das 1901 erstmals präsentierte Gemälde (1). Subtil definierte Klimt die Gewandfalten, die Schattierungen des maskenhaften Gesichtes und vor allem die Umrisse der Arme und Hände. Bei der komplexen Stellung der Finger verzichtete er auf die Wiedergabe der Attribute. In der säulenhaften Strenge, der geometrisch betonten Gestik und der mysteriös-verschlossenen Mimik zeigt sich „Hygieia“ wesentlich von den Frauengestalten des belgischen Symbolisten Fernand Khnopff beeinflusst, dessen Werke für Klimt von großer Bedeutung waren.

    (1) Albertina, Wien, Inv. Nr. 29545. – Alice Strobl, Gustav Klimt: Die Zeichnungen, 18781903, Band I (Salzburg: Verlag Galerie Welz, 1980), Abb. S. 187, Kat. 605.


    Last edited03.05.2026

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    ExpandView PDFPermalinkhttps://digitalepublikationen.albertina.at/objects/19-580228/hygieia-von-vorne-mit-herabfallendem-gewand