Foto: © Auktionshaus im Kinsky GmbH, Wien
Studie einer nach rechts sitzenden Dame
Foto: © Auktionshaus im Kinsky GmbH, Wien

Studie einer nach rechts sitzenden Dame

Gustav Klimt

um 1903/04




Object numberGKZ3753
Künstler:in (Wien 1862 - 1918 Wien)
Dateum 1903/04
Dimensions31,9 × 45,1 cm
MediumSchwarze Kreide auf Papier
Inscribedl.u. Nachlassbestätigung Hermine Klimt; verso l.u. "1682", r.u. "C 1002"
Zählnummer Gustav Klimt Nachlaß1682
Curatorial RemarksZuschreibung durch Marian Bisanz-PrakkenProvenance
  • 1918 Nachlass Gustav Klimt, Wien
  • 1918 Hermine Klimt, Wien
  • Kunsthandel Runge, Linz
  • Privatbesitz, Österreich (erworben von Kunsthandel Runge, Linz)
  • 9.3.2022 Auktionshaus im Kinsky, Wien, Los 2004 (Abb. S. 19)
  • Besitzer:in unbekannt

  • ehemalige:r Besitzer:in Nachlass Gustav Klimt (Wien 1918)ehemalige:r Besitzer:in(Wien 1865 - 1938 Wien)ehemalige:r Besitzer:in(Linz)ehemalige:r Besitzer:in, ÖsterreichAuktion Auktionshaus im Kinsky [27000](Wien)Besitzer:in
    Auktionskatalog
    Marian Bisanz-Prakken, 2022:
    Diese nicht im Werkkatalog von Alice Strobl erfasste Studie einer unbekannten, im Fauteuil sitzenden Dame vertritt einen Kompositionstypus, der vor allem innerhalb der zahlreichen Zeichnungen anzutreffen ist, die Klimt im Rahmen seiner frühen modernen Porträtgemälde  geschaffen hat. In diesen querformatigen Blättern ist die jeweils im Lehnstuhl Sitzende parallel oder leicht schräg zur Bildfläche angeordnet. Immer wieder bildet die im Vordergrund platzierte, nur in den Umrissen erfasste Seitenlehne eine Barriere zwischen Modell und Betrachter, was ein charakteristisches Spannungsverhältnis zwischen fast greifbarer Nähe und geheimnisvoller Distanz zur Folge hat. Diese symbolistische Darstellungsweise wurde von Künstlern wie James McNeill Whistler oder Fernand Khnopff inspiriert und offenbart sich vor allem in den Studien für die Bildnisse von Sonja Knips (1898), Marie Henneberg (1901/02), Hermine Gallia (1903/04) oder Adele Bloch-Bauer (1903-1907).

    Neben den mit schwarzer Kreide auf Packpapier ausgeführten Zeichnungen für die berühmten Damenbildnisse entstand eine Reihe von Studien nach nicht identifizierbaren Modellen, denen auch die vorliegende Studie zuzurechnen ist. Den Fokus dieser Arbeit bildet die eindringliche, stenogrammhaft erfasste Mimik – ein Stilelement, das vor allem an die 1903 gezeichneten Studien für das Bildnis von Adele Bloch-Bauer erinnert. Der lineare Schwung dieser herausragenden Blätter klingt hier allerdings schon ab. Die strikte Parallelität zur Bildfläche und das ruhig gliedernde Linienspiel lassen eine Entstehung um 1903/04 – kurz bevor Klimt von der schwarzen Kreide und vom Packpapier auf die Kombination von Bleistift und Japanpapier überwechseln sollte – annehmbar erscheinen.


    Last edited30.01.2025

    Informationen zu diesem Werk können sich aufgrund laufender Forschungsarbeiten ändern.

    Information about this work may change as the result of ongoing research.
    ExpandView PDFPermalinkhttps://digitalepublikationen.albertina.at/objects/19-597491/studie-einer-nach-rechts-sitzenden-dame